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Sonntag, 5. November 2017

Verlorenes [Bild/Text]

"The Crow and the sea of tears"

p/artworkx digital art
by Pat - 06.10.2017




Ich glaube viele Menschen verstehen nicht, 
daß man Verlorenes erst einmal beweinen 
und darum trauern muss, 
bevor man das Verlustgefühl gehen lassen 
und nach Vorne blicken kann. 



Pat - 16.06.2017

Tags; Leben mit der Depression, Trauma, Seele, Prozeß, 
Entwicklung, Heilung, Kindheit, Traumaüberwindung, 
Veränderung, verzeihen, Kurztext


Donnerstag, 5. Oktober 2017

Summerkiss [Bild/Gedicht]


Summerkiss

p/artworkx digital art
by Pat - 05.10.2017


Tröpfelnd neigte der Morgen sein Haupt vor dem Wind des Tages und legte behutsam eine Hand über die noch ungelebte Zeit. Liebe sei es.


Pat - 05.10.2017
Tags: Gedicht, Bild, art, Summerkiss, Liebe, p/artworkx

Mittwoch, 4. Oktober 2017

heaven's glory [Bild]


"heaven's glory" 
p/artworkx digital art
by Pat - 04.10.2017

Manchmal habe ich keine Worte.

Manchmal möchte ich nicht sprechen,
aber doch etwas sagen. 
Dann spreche ich durch meine Bilder.





Dienstag, 3. Oktober 2017

Der Himmel stand in Flammen [Gedicht]

Der Himmel stand in Flammen


Der Himmel stand in Flammen
Der Mond war fast beisammen
Die Wolken trieben eilig dahin
Als ob in ihrem Streben ein Sinn

So stand sie dort
In finsterer Herbstes Nacht
Ward um den Schlaf gebracht
Und wusste nicht warum

Als das ein Sehnen war in ihr
Ein tiefes und stets hungriges Tier
Das voller Gier das Leben einsog
Und doch nicht wusste, wohin es sie zog

So stand sie nun in dunkler Nacht
Auf ihrer einsam kalten Wacht
Und dankte Gott mit aller Kraft
Dass er all das geschaffen hat.


Pat - 2.10.2017 
Tags: Gedicht, Lyrik, Nacht auf den Geburtstag, Himmel, Flammen, Leben mit der Depression 

Mittwoch, 9. August 2017

A piece of Summer [Bilder/Text]


A piece of Summer 




"A piece of Summer [Rotbraun]"

p/artworkx digital art
by Pat - 09.08.2017






"A piece of Summer [Gold]"
p/artworkx digital art
by Pat - 09.08.2017




 "A piece of Summer [Blue]"
p/artworkx digital art
by Pat - 09.08.2017


Zu diesen Bildern und ihrer Entstehung:

Im August purzelten einige Blütenblätter von den Sonnenblumen in meinem Garten. Eines fiel mir direkt vor die Füße, als wolle es damit sagen: "Sieh her, so schön bin ich und ich bin dir vor die Füße gefallen, auf das du mich siehst und meine Schönheit erkennst." Ich nahm es verwundert an mich, als ich es da liegen sah. Es war wirklich noch sehr schön, da hatte die kleine Stimme in meinem Kopf Recht gehabt, als sie mir die vermeintlichen Worte des Blütenblattes zutrug. Dann trug ich es in die Wohnung und legte es auf den schwarzen Holztisch, den ich dort stehen habe. Form und Beschaffenheit dieses Blütenblattes faszinierten mich. Seine Textur war in meinen Augen besonders und Ach! die Farbe erst. So tief hellgelb wie man es als Sonnenblume im Hochsommer im August nur sein konnte. Ich wollte es festhalten, "all das". Einem albernen und gleichzeitig doch inbrünstig innerem Wunsch folgend dieses leuchtende "Piece of Summer" (Alternativtitel: "Peace of Summer") festhalten, es konservieren für eine kleine, meine kleine Ewigkeit, in der ich mich daran erfreuen konnte. Und so fotografierte ich es dann aus mehrererlei Blickwinkel mit der Handykamera. Und da ich selten zufrieden bin, mit dem was sich auf den ersten Blick zeigt und hervorhebt, fing ich an einen Teil der so entstandenen Fotos in verschiedenen Apps und Programmen zu bearbeiten, Filter darauf zu legen und dergleichen. Einen kleinen Ausschnitt aus diesen Bearbeitungsergebnissen präsentiere ich ihnen heute mit diesen 3 Bildern. Und vielleicht kann eins dieser Bilder auch einem zufälligen und geneigten Betrachter oder Leser (*innen) auf diesem Blog eine kleine Freude sein und ein kleines Sommerlicht ins Herz zaubern. Denn das ist, was diese Bilder für mich zeigen: Sommerlicht und Sommerfreude.


Pat - 04.11.2017

Tags: Bild, August, Sommer, Kunst, p/artworkx, DigitalArt 



Sonntag, 6. August 2017

Wie hätte ich mich wehren sollen? Zwei große Fragen.


Wie hätte ich mich wehren sollen?

Zwei große Fragen.


Wie hätte ich mich wehren sollen oder können gegen all die schrecklichen Dinge, die mit mir geschahen. Das geht mir immer wieder durch den Kopf.

Wie kann man sich gegen etwas wehren, von dem man nicht weiß, das es böse und schlecht ist. Wie sich wehren gegen etwas, was doch so normal und alltäglich in ihrem Leben geschieht, wie beispielsweise nach dem Essen das Geschirr abzuräumen. Wenn man essen möchte, räumt man halt erst alles dafür Nötige auf und dann räumt man es wieder ab.

Und wenn man geschlagen oder seelisch gedemütigt oder erpresst wurde, leckt man sich die Wunden und weint ein bisschen - und weiter gehts. Oder? Wenn ihnen derlei “Grausamkeiten” wie körperliche oder emotionale Gewalt und Mißbrauch seit der Kindheit immer wieder begegnen, dann finden sie das salopp formuliert zwar ziemlich Scheiße und beklagenswert und beides macht sie auch traurig oder wütend, aber: es wurde auch längst zur Routine. Es wurde längst zu einem Aspekt ihres Alltags. Und natürlich versäumt die gegen sie Gewalt ausübende Person eigentlich auch nie, ihnen zu erklären warum ihnen all das zustößt und widerfährt.

Sie waren nicht artig. Sie sind über das Ziel hinausgeschossen. SIE wollen ja nicht HÖREN. Und wer nicht hören will, der muß eben FÜHLEN. Und hinter diesen Worten klingt noch leise ein ‘ce la vie” mit an. Unausgesprochen, aber deutlich vernehmbar für ihre Wahrnehmung.

Es gibt im Nachhinein oft tausende von Begründungen dafür, warum sie Schuld waren, an dem was ihnen geschah. Ihnen allen ist eins gemein:

Immer, immer, immer, waren es sie allein, die die Schuld zu tragen hatte. Immer waren sie allein Auslöser und Ursache zugleich für das, was dann mit ihnen geschah.

Diese Worte arbeiten in einem und man glaubt sie mit der Zeit selbst. Sie graben sich in ihr gequältes Gehirn hinein, wie ein Kolibri sich mit seinem Schnabel in eine Blüte arbeitet. Bei näherem darüber nachdenken und hinterfragen fallen ihnen dann sogar noch tausend kleine Dinge und Anhaltspunkte ein, die ihre scheinbare Schuld zu begründen, zu belegen und zu beweisen scheinen. In ihrem tiefsten Inneren sehen sie sich, wie der übergriffige Mensch sie sieht. Und sie machen sich sein Bild zu eigen.

Natürlich war es ihre Schuld gewesen, dass man sie geschlagen hatte. Wenn sie sich halt auch so renitent und stur verhielten. Man MUSSTE ja regelrecht zu diesen Mitteln und Methoden greifen, damit sie mal wieder kapieren, das es SO nicht geht! Sie wollten es nicht anders, klare Sache!

Zum Beispiel die Sache mit der mütterlichen Nähmaschine an die ich damals als junges Mädel unerlaubt geschlichen war und dabei versehentlich die Nadel abgebrochen hatte.

"DIE GANZE MASCHINE HÄTTE DABEI KAPUTT GEHEN KÖNNEN! Oder etwa nicht??! Es war pures GLÜCK gewesen, dass NUR die Nadel abbrach!!11elf!!"

Und so verstehen sie nicht, KÖNNEN sie nicht [mehr] verstehen, dass ihnen da gerade krasse Gewalt angetan wird. Ihre Grenzen wurden und werden einfach niedergerissen. Man trampelt darüber hinweg, fast so als gäbe es sie gar nicht. Diese Grenzen, die sie und ihre [kindliche] Entwicklung und Existenz schützen sollten, sie werden überrannt.

Und so sind sie dann irgendwann weg. Auf diese Art verlieren sie jegliche schützende Abgrenzung. Ihr Ich entschwindet. Es löst sich auf und nichts trennt und unterscheidet sie mehr von dem Angreifer. Es ist nichts mehr da. Er hat sie und ihre Seele mit Haut und Haar gefressen. Es bleibt nichts eigenständiges mehr fühlbar. Sie existieren nicht mehr unabhängig und abgegrenzt von dem, der ihnen Gewalt und Mißbrauch antut.

[Ich mag das Wort Mißbrauch in diesem Zusammenhang nicht. Man ‘gebraucht’ Menschen nicht wie einem Gegenstand. Aber da ich keine bessere Formulierung dafür kenne verwende ich es in diesem Kontext.]

Für sie ist dieser Zustand also längst zum Alltag geworden. Und sie haben es doch auch ‘verdient’, weil sie Fehler gemacht haben. Verdient, weil sie nicht wie erwartet funktionieren. (Als ob sie so eine Funktionsmaschine wären, deren Lebenszweck nur der ist, dem Gegenüber dienlich zu sein oder seinen Erwartungen und Ansprüchen zu entsprechen. Allein daran hätte man erkennen können, dass da etwas komplett schief läuft, wenn.. ja wenn man all diese kranken Muster damals schon durchschaut hätte.)

Sie verstehen nicht, was da geschieht. Sie können diese ganze kranke Scheiße nicht blicken. Man hat sie festgenagelt auf IHRE SCHULD und IHRE Scham. Und ganz allein an IHNEN liegt es, an IHREM Verhalten, ob sich dies jemals ändern würde. Schließlich sei man ja kein Unmensch und quäle gerne sein Kind [ersatzweise: Frau, Mutter, Schwester, Geliebte, Freundin etc.pp.] sondern verfolge mit der “strengen Erziehung” oder strengen Behandlung ihrer Selbst lediglich Besserung ihrer Fehler und das ausmerzen ihrer schlechten Charaktereigenschaften.

Und wo sie so drüber nachdenken was man ihnen sagt klingt das doch auch zunehmend alles irgendwie einleuchtend, nicht wahr?

Sie lassen sich die Worte durch den Kopf gehen, wieder und wieder, in endlosen Kreisen in ihrem Kopf,
und sind dann am Ende so verunsichert, daß sie nicht mehr wissen wo oben und unten ist und wo links und rechts und da man sich schließlich an irgendetwas festhalten und orientieren muss: warum denn nicht an den Worten ihres Peinigers, wo sie doch so überzeugt und selbstsicher von ihm oder ihr vorgetragen wurden?

Wie hätte ich mich wehren sollen und können gegen etwas, was für mich “normaler” Alltag war. Wie hätte ich verstehen können, was damals wirklich geschah.

Zwei große Fragen.

Pat - 15.06.2017, 00:43h

Tags: Fragen, gefangen, Gewalt, Mißbrauch, Trauma

Samstag, 15. Juli 2017

Glasscherbenfund [Zuordnung]

Glasscherbenfund 


Erkenntnis zum Glasscherben Text  
[vom 09.06.2016, veröffentlicht am am 27. Oktober 2016]

die über folgende Gedankensplitter Zustande kam und die ich auf Twitter notierte:



Unruhe tobt in der Brust | 
Flügelschläge 1es Raben | spüren | 
Sie hörte das Kräh | 
lauschte | 
Willkommen Unruhe | 
alte Freundin | dachte sie





Zersplittert in Teile
so lag sie da
wo war nur die Eine
die sie mal war?

Pat - 10.11.2016
         13:39h 




Dann fiel es wie Schuppen von Augen,die Glasscherben in ihr,es waren die Splitter der eigenen Fragmente.

Pat - 10.11.2016  






Und so schließt sich erneut ein Kreis und der Glasscherben Text offenbart seine Botschaft an mich.Ich sage meinen Dank dafür, daß sich mir diese Verbindung oder Verquickung am Ende doch noch erschloß. Denn nun verstehe ich das innere zerrissen sein, oder präziser formuliert; verstehe woher die Zerrissenheit kommt. Auch das oft gefühlte Aneinanderreiben der verschiedenen Fragmente im Inneren ist nun erklärt. Ich nenne es für mich das "Glasscherbenleid". Es kommt durch die Fragmentierung im Inneren in unzählige Teile zustande und daher, daß die Fragmente ab und zu mit einander kollidieren, aneinander reiben oder/und sich gegenseitig überlagern. Letztlich dasselbe Prinzip wie bei der Plattentektonik unserer Erdkruste. Wenn sich da was verschiebt, hat das auch immer Auswirkungen. Mal sind diese Auswirkungen unüberfühlbar spürbar und manchmal nur sehr seicht, sodaß man sie kaum wahrnimmt. 

Pat - 15.07.2017

überarbeitet und erweitert am 4. November 2017


Tags: Erkenntnis, Glasscherben, Fragmente, Seele

Von all der Pracht des Sommers [Gedicht]


Von all der Pracht des Sommers


Von all der Pracht des Sommers,
wird bald nichts mehr übrig sein.
Wohin gehen wir dann, mein Liebster,
wohin gehen wir dann?



Wir gehen weit fort in den Süden,
und suchen der Zeit zu entfliehn.
Zusammen wird es uns gelingen,
selbst wenn in den Norden wir ziehn.


Mein Liebster, ach mein Liebster,
dann will ich nicht fern sein von Dir.
So gehen wir also zusammen,
in das Morgen aus dem Hier.


Pat - 15.07.2017

Tags: Zeit, Sommer, Fülle, Leben, Liebe, Gedicht, Lyrik

(aus: romantische Gedichte - Briefe an einen fiktiven Liebsten)




Samstag, 1. Juli 2017

eisekalt [Gedicht]

"the moon, the stars and the snow"
p/artworkx digital art
by Pat - 06.11.2017


• eisekalt •


eisekalt wars im Wald
als der Tag verschwand
und die Nacht aufzog


eisekalt wars im Wald
und schon bald 
kam der Schnee.


Pat - 28.01.2017, 20:58h

Tags: Gedicht, Reim, Depression, Seelenzustände, Vorahnung

Mittwoch, 21. Juni 2017

Fundstück aus dem Jahr 2010: Nachmittags

Nachmittags


die sonne scheint freundlich,
wie zum abschied
und auch zur vorbereitung
unseres seins
auf den herbst.

es ist vergleichsweise ruhig,
friedlich,
könnte man fast sagen.

draussen spielt ein kind.
nein, es sind mehrere..
ihr lachen klingt irgendwie fröhlich
ausgelassen halt

bis auf dieses eine kind.
seine stimme klingt aggressiv und dunkel,
sie verheißt nichts gutes
weist auf düsternis und verzweiflung hin

ich wünsche mir das jemand diesem kind helfen wird
das es jemanden gibt,
der es versteht, auf es zugeht,
der es aufrichtig liebt und verständnis zeigt
doch die zeichen stehen schlecht

nachmittags - mitten im sonnenschein
bin ich dem Dunklen begegnet
und die glasklare Hoffnungslosigkeit
hat mich erschreckt.
Ein finsterer blick der erkenntnis
den ich gern missen würde.


(c) by Pat, 24.02.2010
Tags: Gedankenwelt, Discordia, alte Texte

Donnerstag, 15. Juni 2017

Fundstück aus dem Jahr 2010: ruhiger Morgen

ruhiger morgen

Samstag, 7 August 2010 um 09:07
ein ruhiger samstag morgen
die frühe sonne wirft ihre ersten strahlen
und verspricht einen schönen tag

im radio singt eine frau mit angenehmer stimme:
„gib mir sicherheit, gib mir etwas das bleibt .....“

verstohlen bahnt sich eine träne
der schwerkraft gehorchend
ihren weg nach unten

und rinnt und rinnt...
bis sie fällt
und zu Boden stürzt
wie ich

(C) by Pat / 7.8.2010
Tags: Traurigkeit, Depression, Verlustgefühle

Dienstag, 13. Juni 2017

Das Überwinden der Schatten [Gedicht]

  

Das Überwinden der Schatten


Aber wie kann ich Licht geben, wenn in mir doch so viel Dunkelheit steckt? 

“Tu es einfach! Fang einfach damit an.. versuche es.. 
Beginne und erkenne, daß auch in dir Licht ist, daß du teilen kannst.”

flüsterte eine Stimme in ihr. 


“Was du gibst, wird zu dir zurückkommen.
Was du denkst, wird dein Denken bestimmen. 
Und was du fühlst, entsteht aus beidem.” 

flüsterte die Stimme noch, bevor sie verklang. 


Pat - 10.04.2017, 10:02h
Tags: spontan, Seele, Dunkelheit, Licht, Depression. Gedicht

Montag, 10. April 2017

Das Kirschblütenblatt [Gedicht]


 

Das Kirschblütenblatt 

Aus der Ferne weiß und klein / weht ein Blütenblatt herein / treibt so vor sich her im Wind / trudelt im fahlen Morgenlicht - geschwind / und saust dann weiter / auf und nieder / durch die Lüfte / wieder und wieder / bis es sich ermattet / vor meine Füße schwingt / Dabei singt es ganze Lieder / vom Werden und vom Vergehen / “Ach, was bist du schön anzusehen!” / tönt es mir in meiner Seele / und zart gestimmt / empfange ich seine Grüße.


Pat - 10.04.2017, 08:53h
Tags: spontan, Kirschblüte, Vergänglichkeit, Natur, Gedicht 


Wissenswertes zum Foto:
Das Foto zeigt ein Kirschblütenblatt auf einem Blatt Papier auf meinem Tisch. Diese Komposition wurde von mir bearbeitet und hier als Zugabe zum Moment und den Worten über sein erscheinen feilgeboten. 

Dienstag, 28. März 2017

Sich nie genug sein [Gedicht]

Sich nie genug sein.

Und doch,
immer:
Wie sehr wollt ich klug sein!

[Ausruf, Strich und Punkt.]

Oder klüger und
gescheiter sein.
Vielleicht auch intellektuell weiter sein?
Gern auch verständiger
oder geistig behendiger.

Nie war ich mir genug,
stets hielt ich andere für klug.

Mich schätzte ich gering
und dabei verfing,
der Blick, den ich auf andere getan..
er fiel zurück auf mich.
Und war. Schwer. Wie Blei.

Pat - 24.03.2017, 23:13h
Tags: Spontan, Reim, Lyrik, Sichtweisen, Depression

Samstag, 25. März 2017

Gepachtet [Gedicht]

Gepachtet nur der schöne Schein,
nicht wichtig für das wahre Sein.
Die Illusion treibt dich dahin,
dir scheint, als mache all das Sinn.
Doch Sinn ist nicht zu finden
in anfassbaren Dingen.
Er findet sich im Innern.

Pat - 24.03.2017
          23:23h
Tags: Spontanreim, Lyrik, Gedicht

Dienstag, 31. Januar 2017

Gleichmut [Ausspruch]

Gleichmut



Gleichen Mutes bedeutet nicht gleichgültig oder mutlos zu sein.
Gleichen Mutes heißt:
jeden Tag seinen Weg mit gleichem Mut zu gehen,
Tag um Tag,
zuversichtlich und doch auch gewahr der Schrecken,
die da kommen mögen,
auf dem Weg ins Licht.








Pat - 21.11.2016
          01:09h 

Tags: Spruch, Ausspruch, Gleichmut, achtsam 

Montag, 30. Januar 2017

Wenn aus Wahrheit [Gedicht]




Wenn aus Wahrheit

ein zuviel
an gesagter Wahrheit wird
weil du mehr sagtest,
als der andere es vertrug,
dann, ja, dann
ist an einer Grenze
man angelangt,
und man schweiget besser stille
denn es gibt einen Wille
den man besser nicht übertrete
weil er sonst vielleicht bräche
knackend entzwei in Teile
wie ein Zweig
die in Windeseile
sich dann zerstreuen  
und so achte diese Grenze
und lasse dem Menschen seine Zeit, 
bis er von selbst sie fände
die eigne Wahrheit. 


Pat - 24.11.2016 

Tags: Gedicht, Reim, Gedankenwelt, Achtsamkeit, Wille, Gewalt, gegenGewalt, Grenzüberschreitung, Psyche 

Samstag, 28. Januar 2017

im Wortrausch [Gedicht]


im Wortrausch




sich an Worten berauschen
beim still nach innen lauschen
Worte, die betören
Worte. die zerstören
Worte - die Brücken bauen
um ins morgen zu schauen



Pat - 29.01.2017
          18:10h

Tags: Gedicht, Reim

in eigener Sache


in eigener Sache

Versuch einer Zusammenfassung von Trauma und Analyse:


  • Traumaüberwindung 
  • Rückführung ins Ich
  • Aufarbeitung

Ich habe gestern spontan das über Mich dieses Blogs überarbeitet und dabei auf den Tisch gelegt, was es noch soweit auf den Tisch zu legen galt. Ich will und werde mich nicht länger für mein bisheriges Leben schämen und ich werde auch nicht mehr in den daraus resultierenden Schuldgefühlen ertrinken, denn ich muss das nun nicht länger. Ich muss mich nicht länger auf diese Emotionen einlassen.

Ich habe erkannt. Und ich habe verstanden.

Irgendwann war es einfach soweit. Den Moment, in dem es in mir vernehmlich und laut hörbar *Klick* machte, hielt ich damals auf Twitter fest:


Ich hatte ein Gespräch via DM geführt und ich weiß nicht mehr warum, aber wir schrieben so und irgendwann schrieb mein Gegenüber etwas über die Schrecken der Suchtgesellschaft und die Tücken der Konsumgesellschaft und plötzlich ratterte es nur so in meinem Kopf, ohne Unterlass, bestimmt eine halbe Stunde lang. Klick, klick, klick, klick, klick... es wollte und wollte nicht enden. Lange 30 Minuten lang und es war der reine (positive) Wahnsinn. Meist ist es nach zwei, drei, vier Klicks vorbei, aber diesmal nicht. Klick, klick, klick, klick... Es müssen hunderte Klicks gewesen sein. Zumindest fühlte es sich für mich so an. 

So lang und intensiv hatte ich es noch nie. Ich rief bestimmt an die 1000 mal innerlich sowas wie "alter Schwede!" und "Holy Shit!" und "das kann ja wohl nicht wahr sein!" und dergleichen mehr, ich war ziemlich aus dem Häuschen. ;-) 

Ich wurde förmlich überrollt und mitgerissen von einer gigantischen Welle der Erkenntnis, das ich an nichts, an überhaupt g a r  nichts von dem, was mir je zustieß je schuld gewesen war. Nicht für eine Sekunde!

Ich weiß nicht ob sie sich vorstellen können, was das mit einem macht. Diese bahnbrechende Erkenntnis zu haben. Ein Leben lang fand man sich überhäuft mit Vorurteilen und Schuldgefühlen, war schuldig gemacht worden für Dinge, zu denen andere die Wurzeln gesäät und gelegt hatten, schon vor langer langer Zeit. Und immer wieder war man deshalb verurteilt, schuldig gesprochen und abgewertet worden. Und dann kam die überwältigende Erkenntnis:

Sie, meine Adoptivmutter, hatte auch eine innerliche Wunde. Sie litt unter ihrer Kinderlosigkeit und unter dem Stigma des kein leibliches Kind empfangen und gebären zu können. Und so kompensierte sie ihre Wunde mit mir, ihrem Adoptivkind, und brachte auf diese Weise mir eine Wunde ein. Brachte mir ihre Wunde bei, indem sie sie auf mich übertrug und mich dafür bluten ließ, das sie nicht so funktionieren konnte, wie sie es sich gewünscht hatte und wie man es allgemeingesellschaftlich betrachtet von ihr erwartete. Und da ich in einer einfachen Arbeiterfamilie aufwuchs, waren leider auch die Bildungsressourcen nicht so ausgelegt, das sie von allein hätte drauf kommen können und ihre Wunde ohne externe fachliche Hilfe hätte bewältigen können. Mal abgesehen von der emotionalen Stabilität, die ihr wundenverursacht ebenfalls fehlte. Und so ging alles seinen Gang. [Und ich bin froh das es raus ist und das ich es nun so zusammentragen habe. Nach Jahrzehnten des Leids, verzweifeln und nichtverstehens.]

Und aus diesem Grund bauten sich bei ihr wohl auch diese Emotionen auf, die sie dann auf mich fokussierte und unter denen ich krass zu leiden hatte. Wut, Ent-täuschung, Verlustgefühle, Gefühle des Scheitern, das Gefühl der eigenen Wertlosigkeit in einer weiblichen Kernkompetenz, Angst und was da wohl noch alles in ihr am wirken war. 

ICH hätte ihre Heilung sein sollen, ich hätte ihr die Heilung bringen sollen, das war der ursprüngliche Plan hinter der Sache mit meiner Adoption. 

Doch wir waren uns unerwartet fremd [geblieben], es gab keine [positive] emotionale Bindung zwischen uns. Ich verstand sie nicht, wie konnte ich denn auch, ich war ein kleines Kind. Und sie verstand mich auch nicht und doch war sie die Erwachsene in diesem irren Teufelsspiel zwischen uns beiden. Sie hätte das alles so nie zulassen dürfen. Ich schrieb es gestern so ähnlich auch im über mich: ihre Wut und ihre Enttäuschung darüber, das es mit mir nicht so war und nicht so wurde, wie sie es sich vorgestellt hatte, muß grenzenlos gewesen sein. 

Und so habe ich gelernt, das jeder eine Wunde mit sich herumträgt. Eine, die ihn innen drin ganz tief schmerzt und enorm leiden macht, bis man diese Wunde als Wunde begreift und anerkennt, das sie da ist und sie dann reinigt, verbindet und zart darüber streichelnd zum heilen bringt, mithilfe der Zeit. 

Das hat sie wohl nie getan oder auch nicht gekonnt. Was bis heute für mich im dunkeln liegt, ist die Antwort auf die Frage danach, woher das kam, ihre Kinderlosigkeit. War sie angeboren, durch eine Krankheit verursacht oder durch etwas ganz anderes? 

Was war geschehen, damals. Meine Mutter wurde Anfang der Dreissiger geboren, in schwierige und unruhige Zeiten. Und so vermag ich mir nicht genau vorzustellen, was ihr wohl zustieß und was oder wer ihr diese alles überstrahlende Wunde zufügte. 

Was sie mir antat, kann nicht entschuldigt werden. Es ist unendschuldbar. [unendlich unentschuldbar]

Aber ich stelle mir jetzt natürlich Fragen, die ich mir früher aus meinem großen Schmerz heraus nicht stellen konnte. 

Was war ihr damals nur zugestoßen? Wer oder durch was, wurde ihr diese innere Wunde wohl zugefügt? Ich weiß es nicht. Es liegt im Dunkel. Ich denke das meine Oma dabei eine Rolle spielte. Und die Umstände. Ich vermute, das damals etwas schreckliches mit meiner Adoptivmutter geschah, als sie noch sehr jung war. Ich fühle das sie in der Pubertät war, als ihr "das" geschah. Ich erinnere mich wieder an Bemerkungen meiner Oma, die darauf hindeuten könnten, das damals in den Kriegswirren etwas furchtbares geschah. Der erste Mann meiner Oma war nach ihrer Erzählung durch seine politische Haltung unbequem und unangenehm aufgefallen. Er wurde im Zuge dessen verfolgt und man hatte ihn im Visier, sagte sie. Ich denke, das diese Wunde in meiner Adoptivmutter wohl in diesem Kontext entstand, denn meine Oma und meine Mutter waren durch den Vater meiner Mutter nicht länger sicher. Meine Oma erzählte mir einst davon, wie sie allein auf der Flucht war mit ihrem Kind und wie sie sich beide im Gartenhäuschen ihres Vaters versteckten. Kurz danach lernte sie ihren zweiten Mann kennen, heiratete ihn und war dann wieder sicher. Was auch immer das nun genau für sie bedeutete. Viel weiß ich nicht über diese Ereignisse, aber einige Dinge, die meine Oma erzählte, fallen mir langsam wieder ein.

Das auch meiner Mutter etwas zustieß (was auch immer es war) kann und darf jedoch keinesfalls eine Entschuldigung für sie und ihre Taten sein. Doch ist es eine Erklärung. Und es ist darüber hinaus ein Beispiel dafür, was geschieht, wenn wir jemandem eine Wunde zufügen und was das dann im weiteren Geschehen mit demjenigen macht, dem wir eine Wunde zufügten. 

Der ursprünglich als Täter betrachtete Mensch wird durch das eigene verstehen und begreifen ein Stück weit zum Opfer und das Opfer wird zum [selbst]Täter, weil es dereinst zu einem Opfer gemacht wurde .. ob nun absichtlich oder unabsichtlich. Dinge geschehen.

Und so setzt es sich unendlich fort, das Rad des Karma, wenn man dem nicht (sich selbst bewußt) Einhalt gebietet, sich Hilfe holt und aussteigt aus diesem irren Kreis der Wiederholung. Eigentlich ziemlich traurig, wenn man drüber nachdenkt, wie banal das im Prinzip alles ist oder in meinem Fall war. Es ist letztlich eine simple Abfolge von menschgemachten Dingen, von Emotionen, von Messern und Wunden, die sich wie von selbst, ja sogar, wie aus sich selbst heraus, weitervererben. Man könnte so fühlen und man könnte so denken und es so sehen, doch möchte ich eigentlich nicht an zerstörerische Urkräfte glauben, die rein und ohne unser mindestes Zutun in uns wirken. Und so erkenne und sehe ich meinen Part in dieser ganzen Sache, wie ich den meiner beiden Mütter an diesem nun endlich beendeten Dilemma sehe, und erkenne meine Veranwortung in dieser Sache [an]. 

Ich bin ausgestiegen. Ich werde mein Trauma und meine Probleme nicht [länger] an meine Tochter und die nächsten Generationen weitergeben. Es hat genug Leid gegeben in meiner Adoptivfamilie, bei meiner leiblichen Mutter, bei mir und meinen Kindern. Hier, an dieser Stelle wird es enden. Ich fühle mich wesentlich erleichtert. Es ist vorbei! Winke-winke Adoptionstrauma... Ich mach drei xxx Endlich bin ich damit durch! :-))) 

Erkenntnisverarbeitung braucht Zeit und so war ich in den vergangenen Monaten überwiegend ruhig nach außen hin und schrieb wenig auf Twitter. Ich weilte meist im Off und ich wartete auf etwas. Worauf genau wußte ich selbst nicht. Inzwischen weiß ich es, inzwischen habe ich auch das verstanden und gelernt.

Rilke schrieb mal etwas schönes, das mir oft geholfen hat, damit zu leben, das manch Frage in meinem Leben noch nicht beantwortet worden war und es doch aber so sehr dringend sein wollte:


Geduld
Und ich möchte dich,
so gut ich kann bitten,
Geduld zu haben gegen alles Ungelöste
in deinem Herzen,
und zu verstehen.
Die Fragen selbst liebzuhaben
wie verschlossene Stuben
und wie Bücher, die in einer fremden Sprache
geschrieben sind.
Forsche jetzt nicht nach Antworten,
die dir nicht gegeben werden können,
weil du sie nicht leben könntest.
Und es handelt sich darum,
alles zu leben.
Vielleicht lebst du dann
allmählich – ohne es zu merken –
eines fernen Tages in die Antwort hinein.

Also übte ich mich in Geduld und Gelassenheit und ließ den Dingen ihren Lauf und gab mir Zeit. Die Zeit, die mein Inneres benötigte, um umfassend zu verstehen. 

Denn ich mußte das Erlebte erst verarbeiten, ich mußte das erlangte Wissen aus diesem "Trigger" in die tiefen Weiten meiner inneren Welt sickern lassen, es von innen heraus greifen und verstehen, es musste arbeiten in mir, um zu reifen und zu einem [weiteren] Schritt in der eigenen Entwicklung zu werden. Und zwar zu einem gigantischen Schritt in eine ganz neue Dimension. 

Ein Schritt wie ich ihn mir immer gewünscht hatte, das ich ihn einst würde tun können. Der entscheidende Schritt, der mich endgültig heraus katapultieren würde aus der Welt des ewigen Dunkel, des allumfassenden Leids, der Scham und der Schuld. Zurück zu meiner Würde und zurück ins hier und jetzt.

Puh!
Mir ist selbst grad etwas schwindelig, während ich diese Zeilen schreibe. Ich hatte es mir nicht so vorgestellt. Ich hatte es mir immer etwas anders vorgestellt. Ich dachte, das ich die Entschuldigung meiner Mutter und die Anerkenntnis ihrer Schuld und ihre Einsicht bräuchte, um meinen Frieden zu finden. Ich hatte irgendwie auf eine Abrechnung hingearbeitet, all die Jahrzehnte. Und dann sollte es plötzlich nicht mehr so sein. Dann war plötzlich auf einmal alles anders. 


Und ich erkannte, 
das aufgelöst wird 
durch verstehen und 
ausfällt durch verzeihen.

me/28.10.2016

Ich goß diese Worte damals in einen Tweet, um den Moment festzuhalten:




Und so setzen sich unablässig Dinge in Gang und ich schreite in meiner Entwicklung voran und setzte mich gestern dann spontan auf den Hintern, um das über Mich dieses Blogs zu überarbeiten (im Prinzip auch eine Folge des letzten Eintrages namens "es rattert wieder" von vor 4 Tagen, ein Eintrag, der sozusagen eine Vorstufe der heutigen Eruption darstellt) und bin nun dabei wieder einen Teil meiner Geschichte in die Welt hinauszulassen. Zur Befreiung und um ein Beispiel zu geben, wie es sein kann im Leben. 

Das ich diese Zeilen und die Überarbeitung des über Mich unter dem Neumond schreibe, der heute am 28.01.2017 um exakt 01:07:11 Uhr (am Ende der dunklen Stunde) begann, gibt diesen Tagen, die für mich bereits seit vergangenen Montag einen spürbar außerordentlichen Verlauf nehmen, etwas ganz besonderes und magisches. Eine besondere Note.

An einem solchen Tag zu sterben und neu geboren zu werden, ist sehr symbolträchtig und scheint mir passend zu der besonderen Situation zu sein. 

Und so weiß ich nun, wie es sich anfühlt wenn ein Stern geboren wird, wie ich ebenso weiß, wie es ist, wenn ein Tsunami über einen hereinbricht und alles nicht mehr gebrauchte und überalterte mit sich hinwegfegt und im Gepäck die Erneuerung mitbringt.


Schließen möchte ich den heutigen Eintrag mit einem Gedicht:


In jedem Winter 
steckt ein zitternder Frühling, 
und hinter dem Schleier jeder Nacht 
verbirgt sich ein lächelnder Morgen.

Khalil Gibran


Und nun entschuldigen sie mich bitte, ich muss jetzt erstmal ein bischen weinen gehen gehen, vor Freude und Glücksgefühl. 29:01.17: Mama, I'm done with you. I am now able to forgive you and let go. Once you will step in front of your personal judge and it will be up to them, it will be in their work to judge about you, to decide what to do and what to say about all the things you did me. From now on, its no longer up to me, cause I am now free of you! 

Ich sage meinen Dank, so sei es. Amen.


Pat - 28.01.2017
         12:59h
        29.01.2017, 17:33h
        30.01.2017 14.25h
        01.02.2017 14:34h
        überarbeitet und erweitert 

Tags: Tagebucheintrag, spontan, Erkenntnis, Befreiung, frei, frei_sein, frei_werden, Schuld, Scham, Leid, Rilke, Info, Trauma, Traumaüberwindung, Adoption, Mutter, AMutter